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O.M.I. e.V. – Vereinsgeschichte

Am 17 September 1992 fand die Gründungsversammlung der Oberndorfer Musikinitiative e.V. mit dem Zweck, Auftrittsmöglichkeiten für (noch) unbekannte Bands zu schaffen, und diese u. a. hiermit zu fördern, statt.

Zu den Anfängen:

1991 stellte die Stadt Oberndorf das alte „Koppsche“- Gelände, ein altes Sägewerk, 7 Bands als Proberäume zur Verfügung.

Nach jahrelangem Proben wurde der Wunsch dieser Bands immer größer, sich auch live unter Beweis zu stellen. Allerdings gab es zu dieser Zeit im Umkreis von Obendorf weit und breit keine Möglichkeit live aufzutreten. Der Wunsch der Bands, aufzutreten oder etwas eigenes zu veranstalten, scheiterte darin, dass niemand, kein Verein, kein Gastronom, kein Veranstalter und auch keine Privatperson, Interesse daran hatte, „no name bands“ eine Möglichkeit zum Auftreten zu geben.

Der damaligen Stadtjugendpfleger H. J. Ahner gab den Tipp: gründet einen Verein und ihr könnt städtische Hallen für Veranstaltungen beantragen. Die Bands setzten sich zusammen, schrieben die Satzung und gründeten den Verein „Oberndorfer Musikinitiative e.V.“, kurz O.M.I. e. V..

Ende 1992 folgte das erste Konzert in der „heißgeliebten“ Wasserfallhalle in Oberndorf mit allen 7 Bands. Mit knapp 350 Besuchern und einer ausgelassenen Stimmung wurde ein erster Erfolg gefeiert.

Kurz darauf folgte ein Konzert in der Altoberndorfer Halle, eigens hierfür wurde die Metal- Band „Morgoth“ gebucht! Konzertveranstaltung im größeren Stil ist aber nicht sehr einfach. Hohe Gagen, zuwenig Werbung, u. v. m.- die Veranstaltung war finanziell nicht tragbar. Aller Anfang ist schwer und das musste die „die OMI“ ebenfalls durchleben. Frustration machte sich breit und dem damaligen Vorstand T. Stoll gingen die Ideen aus. Aber ein kleiner Haufen hatte eine gute Idee- einfach mal einen Stand auf dem Stadtfest zu probieren.

2 Tage vor Beginn des „legendären 93er Stadtfest“ wurde mit dem Veranstalter des Stadtfestes verhandelt, ob „die OMI“ kurzfristig einen kleinen Stand mit Bierbrunnen, einer Plane und einem VW Bus (als Dj- Kabine) aufstellen könnte. „Na ja, die Plätze sind ausgebucht, aber wenn es sein muss, dann baut doch was bei den Müllcontainern auf“. Der Platz war der „OMI“ egal, Hauptsache einen Stand mit ordentlicher Musik und Getränke! Am Stadtfest schließlich rannten die Leute „der OMI“ „die Bude ein“; gab es endlich einen „etwas anderen“ Stand, einen mit Musik, die ausschließlich junge Leute ansprach.

Rock`n Roll, Metal, Cross- Over und Punkrock hielten damit endlich Einzug in Oberndorf! Ein Erfolg für „die OMI“, finanziell ein Segen fürs Vereinskonto und ein Motivationshoch für die Mitglieder- der „OMI- Stand“ am Stadtfest Oberndorf „war geboren“. Darauf hin wechselte auch der Vorstand zu H. Gaus des Vereines, dass auch „andersartige“ Veranstaltungen, nicht „nur“ Förderung der eigenen Bands, im Sinne der OMI waren.

Weitere Konzerte folgten in der Altoberndorfer Halle, der Wasserfallhalle, und 1994 das erste größere Konzert in der Neckarhalle in Oberndorf mit knapp 1000 Besucher! Das erste „Easter- Cross-Festival“ am Ostersonntag mit dem damals angesagtesten Crossover- Bands Deutschland „Erotic Jesus“, „Blackeyed Blond“, „Humanimal Bunch“ und „Venus Prayer“ fand statt. Das „Easter- Cross-Festival“ ist seit daher eines der festen Größen im kulturellen Leben der Stadt Oberndorf.

1995 wurde ein neuer Schritt gewagt, „die OMI“ übernahm die Live- Bühne vom Kulturforum (kurz Kufo) am Stadtfest Oberndorf. Erste Erfahrungen mit einer Open- Air Bühne wurden gesammelt und es hieß weiterhin „let´ s rock“ ! Eine gute Partys und v. a. Musik, die nicht simpel covert oder aus „der Dose“ kommt oder sich an Massen orientiert, wurde den Besuchern geboten. Auch dieses, die Live- Bühne mit der „etwas anderen“ Musik, etablierte sich zu einer festen Größe am Stadtfest Oberndorf.

Die „OMI“ hat den Ruf bekommen, „mehr“ als „nur“ ein Verein zu sein; dass es Freunde sind, dass fast schon familiär zugeht und allen gemein ist, dass sie für gute Musik „alles“ tun. Es wird gesagt, man merke dies den Veranstaltungen an- es geht nicht um Provit und Gewinn. Viele Besucher sind daher mittlerweile „eng“ im Freundeskreis der „OMI“. Sie schätzen auch, dass hier kleine Bands Möglichkeiten zum Auftreten haben; dass man andere Bands hören kann, wie die, die regelmäßig die großen Festzelte füllen.

Doch nicht nur im Veranstaltungen durchführen war „die OMI“ erfolgreich- auch die Gründungsbands feierten in den Anfangsjahren etliche Erfolge. Battery gewann 1995 den Landesjugendkulturpreis und spielten mit bekannten Bands in Clubs, auch fern weg der Heimat Oberndorf. Die Metaler von Dark Reality erfreuten sich schnell einer großen Fangemeinde, toller Konzerte und Touren; selbst einen Plattenvertrag ergatterten sich diese Jungs. Das ursprüngliche Konzept ging auf, die Förderung von kleinen Bands mittels Auftrittsmöglichkeiten, etc. fruchtete!

Was „der OMI“ (bis heute) fehlte, war und ist ein eigenes Vereinsheim. Der Verein wuchs ständig. Immer mehr junge Menschen interessierten sich. Dann wurde das alte Sägewerk abgerissen, und die Versammlungsstätte, die Proberäume, alles drohte verloren zu gehen.

In Oberndorf gab es keine Räumlichkeiten und so musste man sich weiter orientieren. In Dornhan wurde man in einer alten Gaststätte beim Sportplatz fündig. Perfekt- noch bewirtschaftet von einem „alten“ „OMI“- Freund“, der sich beruflich anderes orientieren wollte, aber viel „Know How“ einbrachte. So übernahm „die OMI“ 1998 die Gaststätte, samt witzigerweise passendem Namen, „tekk- no“.

Mit großem Eifer ging man an das Projekt heran. Bald stellte sich heraus, welch finanzielles Risiko die Bewirtschaftung der Kneipe barg. Also nicht nur öffnen für Mitglieder. Offizielle Öffnungszeiten, Angebote, Ideen mussten her. Fast täglich war das tekk- no dann geöffnet. Der alltägliche Trott im Thekenalltag war den Mitglieder an Arbeit zuviel, an Musik zu wenig- also fing man an, freitags einen Discoabend zu veranstalten.

Dies ergab einen enormen „Run“ auf die Kneipe und die Motivation der Mitglieder kehrte zurück. Jetzt fehlten noch die Konzerte, schließlich ist man ja ein Musikerhaufen. Kurzerhand wurde eine kleine Bühne aus Paletten und MDF- Platten in den (wirklich kleinen) Thekenraum eingebaut, ein paar Scheinwerfer eingekauft, die Gesangsanlage von Dark Reality ausgeliehen und der „Live- music- club“ war entstanden.

Das erste und wahrlich einmalige Konzert wurde mit der Band „ Public Ölimy“ veranstaltet; was für eine wahnsinnige „Splatter – Punk- Show“. Von nun an gab es regelmäßig Konzerte und das in dieser kleinen Kneipe! Selbst heute bekannte Bands wie „Die Happy“, „Not The Same“, „Papa Faloon“ und viele weitere fanden den Weg zur „OMI“ in das entlegene „tekk- no“ in Dornhan.

Doch nicht genug, das „tekk- no“ befand sich auf einem großen Gelände. Kurzerhand veranstaltete „die OMI“ im August 1998 das erste 3-Tages-Open Air unter dem Motto „umsonst und draußen“ im Landkreis Rottweil.

Fast täglich fanden über 500 Besucher den Weg nach Dornhan. Selbst die Bands rissen sich um einen heißbegehrten Spielplatz auf diesem Festival. Ein Highlight in einer unvergesslichen Zeit der OMI- Vereinsgeschichte, nur leider außerhalb der Heimat Oberndorf. Nach knapp 3 Jahren wurde das „tekk- no“ in Dornahn aufgegeben.

Auch in Oberndorf hatte sich mittlerweile einiges geändert. Die Stadtjugendpflege bekam ein neues Gesicht- Frau Heidi Kuhring kam für Herrn Ahner. Sie trat an „die OMI“ heran mit der Idee, ein gemeinsames Konzert im Klosterhof in Oberndorf zu veranstalten. Schließlich verfolgt die Stadtjugendpflege für die Jugendlichen kulturell ähnliche Ziele und man könne so gut zusammen arbeiten.

Keine Frage für „die OMI“. Auf die Gelegenheit, in diesen Gemäuern, ein Open Air Konzert veranstalten zu können, hatte man sehr lange gewartet. Es ging alles sehr schnell, nur die

die Frage nach den Bands ließ sich nicht gleich klären! Es sollte etwas besonderes, etwas exklusives sein. Die Suche ging los, vereinfacht jedoch durch die bereits bestehenden Kontakte mit diversen Agenturen.

Die Band „Die HAPPY“ war ein geheimer Tip. „Die OMI“ erfuhr frühzeitig, dass diese höchstwahrscheinlich in die Charts einsteigen wurden. Volles Risiko- die „OMIs“ vertrauten auf ihr Musikverständnis, auf geheime Quellen und buchten „DIE HAPPY“ kurzerhand als Headliner für das erste Klosterhof Open Air!

Die Tinte unter dem Vertrag war noch nicht trocken, da „platze die Bombe“. „Die Happy“ stiegen in die Charts ein. Ein Riesenrummel um die Band und „die OMI“ hatte sie gebucht! Noch bevor das Konzert begann, war es ausverkauft- 100derte von Besuchern mussten nach Hause geschickt werden !

Aber dem nicht genug. Die „OMI“ wollte mehr- vielleicht ein professionelles 3 Tages Open Air Festival mit kleinen und großen Bands ? Die Suche um ein geeignetes Gelände zu finden, begannen.

Im alten „Jetter Gelände“ der Baufirma wurde man fündig! Ein 3 Tages Festival aus den Boden „gestampft“ mit 2 Bühnen, Musikbands „Schlag auf Schlag“ im Wechsel, eigenen Getränkeständen, Backstagenbereichen, von mittags um 14.00 Uhr bis tief in die Nacht, morgens wieder weiter.. Ein Wahnsinns-Festival mit enormen Aufwand, finanziell wie von den Kräften der Mitglieder, des Vorstandes – ABER das legendäre „OMI-OPEN“ war geboren. Es hat süchtig gemacht, nicht nur die vielen, die den Weg zu diesem Festival fanden, auch die „OMIs“ selbst sind „angefressen“ von einen Festival, das zu Anfang fast das finanzielle Aus für den Verein einbrachte.

Aber die „OMI“ hat sich aufgerappelt und sich auch diesen Krisen gestellt- der „Lohn“ für die vielen Veranstaltungen? Es hat den kleinen Bands die Möglichkeit gegeben, vor großem Publikum mit „fetter Anlage“ zu spielen. Es hat viele „normalos“ auf den Weg gebracht- selbst mal die Gitarre in die Hand zu nehmen und selbst Musik zu machen, auf den Geschmack von guter Live- Musik gebracht, Musik zu hören und zu fühlen in einer Zeit, bestimmt durch rasanten Medienwechsel und „Fast Food“ Musik.

Viele fanden das OMI OPEN das größte und beste, was es in Oberndorf je gegeben hat, viele sind begeistert, das es so was direkt vor ihrer Haustüre gibt, viele reden noch heute davon und selbst die ältere Generation findet mittlerweile den Weg in die Neckarhalle.

2009 ging das Omi- Open mittlerweilein die 6. Runde. Es hat sich einiges geändert- kein Open Air mehr, aber ein 3 Tagesfestival in der Neckarhalle in Oberndorf. Musikalisch hat sich „die OMI“ geöffnet, Reggae und auch HipHop Bands treten seit Jahren beim Omi- Open auf. Jahr für Jahr strömen mehr Besucher in die Neckarhalle. Allerdings wäre dies fast nicht möglich ohne die Unterstützung der Stadt Oberndorf, insbesondere durch die Stadtjugendpflegerin Heidi Kuhring. Nur hierdurch kann dieses tolles Ereignis alljährlich statt finden, kostet doch außerordentlich viel Arbeit, Nerven und Schweiß- ehrenamtlich und mit fast keinem Gewinn. Seit 2011 heisst das Omi-Open eastercross – ein neuer Name, aber das Konzept das Festival als Bindeglied zwischen den so konträren Musikstilen zu nutzen, ist geblieben.

Neben bei wurde zudem versucht, auch die kleineren Veranstaltungen nicht außer acht zu lassen. Erschwert wieder mal aufgrund fehlender Räumlichkeiten. Wie durch ein glücklichen Zufall, beim Warten auf einen Zug, kam dem ersten Vorstand die Idee, aus der Bahnhofswarthalle in Oberndorf eine „Veranstaltungslocation“ zu machen. Die Idee wurde durchgesprochen und soweit möglich, beschlossen. Ansprechpartner war die Bahn AG, bei der der stellvertretende Bürgermeister Herr Häring beschäftigt war. Er ermöglichte der „OMI“ die erste Veranstaltung namens „3-Kings-Rock“ am Abend vor 3 Könige durchzuführen.

Dies sollte eine kleine Show mit Austrittsmöglichkeiten für kleinere Bands werden; zwar mit großem Aufwand für „die OMIs“, die Halle entsprechend umzugestalten, etc. aber ansonst gemütlich gehalten. Es kam anders. Das Konzert war bereits um 21.30 Uhr mit knapp 200 Besuchern restlos ausverkauft und auch hier standen weitere Besucher vor der Türe. Schade- wenn man den Aufwand an Arbeit und Kosten betrachtet, ziehen es die meisten Veranstalter vor, es bleiben zu lassen. Was macht die „OMI“ nicht alles für seine Fans J

3 Jahre lang wurden der Bahnhof genutzt, bis Mitte 2007 der Abrisstermin bekannt gemacht wurde. Nach wie vor ein Tiefschlag für die „OMI“, für die Besucher und auch jeden Fall für das kulturelle Angebot in Oberndorf. Schon wieder eine sehr gute, wenn auch arbeitsintensive, Location verschwunden; eine, die Flair hatte. Die Bewerbungsflut auf diese Location war enorm. Internationale Bands (Betzefer aus Israel, One Man Army aus Schweden,…) und regionale große (End of Green, The Heroines, Panama, ..) und kleine Bands (Deef, Crack Family, Toxic Drains,…)   haben darin gespielt.

Auch das Popbüro Baden Württemberg, die Lari (Landesarbeitsgemeinschaft der Rock- und Musikinitiativen Baden-Württemberg e.V. ), die Popakademie Baden Württemberg und das Staatsministerium Baden Württemberg wurden auf die „OMI“ aufmerksam durch das Veranstalten einer der Vorrunden zu Baden Württembergs größten Nachwuchsfestival „PLAY LIVE“ in diesen alten Bahnhofsgemäuer. Schade!

Des weiteren veranstaltet die „OMI“ natürlich seit mehr als 10 Jahren auch einmal jährlich „die Wafa“. Ein regelmäßig wiederkehrendes „kulturelles“ Ereignis, mit dem die meisten „OMIs“ groß geworden sind und dass sie, nach wie vor, besuchen. Jeder Verein in Oberndorf, auch die „OMI“, zehrt finanziell von der „Wafa“ und bietet Jung und Alt eine gelungene Veranstaltung. Daher unterstützt die „OMI“ den Erhalt dieser Veranstaltung für die Jugendlichen in Oberndorf sehr, da ansonsten leider wirklich nicht viel geboten ist.

Wenn man also die letzten 18 Jahre „der OMI“ betrachtet, fällt auf, dass wir viele Höhen und Tiefen, Neuanfänge und Abschiede durchlebten (mussten). Unsere Ziele haben Bestand und sich trotzdem weiter entwickelt. Die Mitglieder von einst sind älter geworden, mehrere Generationen „von ausgeflippten lang- und kurzhaarigen“ sind nachgekommen. Bands verließen uns aufgrund fehlender Proberäume. Manche Mitglieder sind seit 15 Jahren dabei, nehmen sich seit 15 Jahren Zeit. Manche erst seit einem Jahr. Aber es gibt bei uns keine Unterschiede. Alle arbeiten Hand in Hand, egal ob mit 16 oder mit 40 Jahren, ob in höheren Positionen arbeitend oder arbeitslos, ob als Reggae- oder als Rockfan. Bei uns wird generationenübergreifende Freundschaft, Musikgeschmack und gemeinsames, tatkräftiges Erreichen von Visionen groß geschrieben. Mittlerweile sind es ca. 80 aktive und passive Mitgliedern, zusätzlich haben wir mittlerweile min. 25 OMI- Kinder.

Doch die „Andersartigkeit“ der Musik hat sich nicht geändert- mehr als 100 Veranstaltungen, egal, ob Live- Konzerte in großen oder in kleinen Hallen, Open Air-Veranstaltungen, Diskos, Busausfahrten, Fasnachtbars, u.vm. in und um Oberndorf herum, haben wir durchgeführt. Unseren Stand im öffentlichen Ansehen gefestigt, unsere Ernsthaftigkeit und unser Engagement unter Beweis gestellt. Vielleicht werden wir jetzt als einen Riesen Haufen musikbegeisterte Menschen ernstgenommen; die selbst, wenn sie weggezogen sind, immer wieder zur OMI nach Oberndorf zurückkehren.

Wir möchten gerne so weitermachen, die Ziele unseres Vereines verfolgen und in Oberndorf das kulturelle Leben (mit) bereichern bieten, doch stehen wir wieder vor dem Problem fehlender Räumlichkeiten. An diesen hängt noch so viel mehr wie einzelne Veranstaltungen. Müssen wir wirklich wieder außerhalb Oberndorfs suchen? Hoffentlich nicht….